Jugenddelegierte für Nachhaltige Entwicklung http://jugenddelegierte.dbjr.de Most recent posts at Jugenddelegierte für Nachhaltige Entwicklung posterous.com Tue, 08 May 2012 04:38:00 -0700 Informal Informal Negotiations – Ein Update zu den informellen Vorverhandlungen zu Rio+20 http://jugenddelegierte.dbjr.de/informal-informal-negotiations-ein-update-zu http://jugenddelegierte.dbjr.de/informal-informal-negotiations-ein-update-zu

Die letzten zwei Wochen fand die zweite Runde informeller Vorverhandlungen zu Rio+20, die sogenannt „informal informal negotiations on the zero draft“ in New York im UN-Headquater statt. Es sollten die letzten Vorverhandlungen vor der Prep-Com und der Rio+20 Konferenz in Rio de Janeiro im Juni diesen Jahres und somit das letzte wichtige Treffen sein, an dem alle beteiligten Länder zusammen kommen und über den Text debattieren.

Der Verhandlungstext wurde auf zwei verschiedenen Arbeitsgruppen aufgeteilt: Die erste Gruppe diskutierte den Text der Kapitel III (Green Economy) und V (Framework of action and follow-up mit einzelnen vertiefenden Themen) und die zweite Gruppe die Kapitel I (Preamble), II (Renewing Political Commitment), und IV (IFSD). Im Angesicht der knappen Zeit von nur zwei Wochen und eines um die 200 Seiten langen Textes, wurden vom ersten Tag an auch Abendverhandlungen bis 22 Uhr angesetzt.

Schon am Ende der letzten Verhandlungen im März machten die G77 Staaten klar, dass sie beim nächsten Treffen nicht über eine überarbeitete Version des Textes debattieren werden. Um dennoch schnellere Fortschritte in den Verhandlungen zu erzielen, wurden zusammenfassende Textvorschläge in der Woche vor Beginn dieser Verhandlungen erstellt. Am ersten Verhandlungstag stellte sich dies aber dennoch als komplizierter heraus: die G77 fühlten sich übergangen und beharrten auf die Bearbeitung des alten Textes, dagegen hatten die anderen Staaten schon angefangen Änderungsvorschläge für den neu vorgeschlagenen Text zu diskutieren. Somit starteten die Verhandlungen mit zwei parallel laufenden Texten. Zum Glück einigte man sich, nach diesem nicht sehr erfolgreichen ersten Tag, auf ein gemeinsames Vorgehen: nach jedem Paragraphen wurde nun beschlossen welchen Text man weiter bearbeiten würde, überflüssige Paragraphen wurden herausgelöscht. Bis zum Ende der ersten Woche wurde so ein erster Textdurchgang gemacht, wobei der Text eher länger als kürzer wurde.

Über das Wochenende wurde für Arbeitsgruppe 1 ein neuer Textvorschlag erarbeitet, der nun aber direkt in den Verhandlungen vorgestellt und bearbeitet wurde. Das bedeutete, dass für jeden Paragraphen erst einmal Zeit gegeben werden musste, um ihn zu lesen und intern zu debattieren. Einigen der Paragraphen konnten so nicht direkt verhandelt werden, da vor allem die EU, wie auch die G77, über manche Sachverhalte nicht ohne Rücksprache entscheiden und reagieren können. In beiden Arbeitsgruppen wurden die Abschnitte mit den größten Kontroversen immer wieder vertagt.

Nach zwei Wochen langsam verlaufender Verhandlungen wurde es am letzten Tag doch noch spannend. Endlich wurde einer der Hauptpunkte aufgegriffen, die Zukunft von UNEP wurde verhandelt; die afrikanischen Staaten brachten einen eigenen Textvorschlag in die Verhandlungen ein, was die anderen G77 Staaten sehr verärgerte. Endlich nun wurden die Verhandlungen etwas dynamischer, dennoch wissen wir nicht, wie sich das Ganze weiter entwickeln wird. Vor allem besteht die Gefahr, dass sich nun noch mehr Staaten-Gruppierungen oder auch einzelne Länder zu Wort melden, wenn sie mit Entscheidungen ihrer größeren Gruppe nicht zufrieden sind und so andere Punkte wieder auf die Tagesordnung kommen werden. Außerdem wird man sehen, wie es mit der Gruppe der G77 in Zukunft weiter gehen wird.

Am Ende der zwei Wochen wurden die Verhandlungen abgebrochen, da es nicht genügend Zeit gab, um zu einer Entscheidung zu kommen; es wurde beschlossen eine weitere Verhandlungsrunde einzuschieben, vom 29.5. bis zum 2.6.2012 wird diese in New York stattfinden. Es sind noch ca. 400 Paragraphen offen, über die man sich während dieser nächsten Runde einig werden muss; in neuer Textvorschlag soll bis zum 22.5. erstellt werden, auf dessen Grundlage die Verhandlungen dann weitergehen werden.

Insgesamt nahmen leider nur wenige Jugendliche während der zwei Wochen an den Verhandlungen in New York teil, weshalb es sich für diejenigen, die teilnehmen konnten als sehr schwierig erwies, die Verhandlungen genau zu verfolgen, neben her Statements zu schreiben und auch andere Termine mit Delegationen und Institutionen wahrzunehmen. Aus den Arbeitsgruppen der MGCY waren außer unserer Lena, die die Green Economy Taskforce leitet, noch Alice Vincent aus London mit dabei, die die Governance Taskforce leitet; somit konnte man sich gut auf die Arbeitsgruppen aufteilen. Trotz der Zeitprobleme konnten auch gute Kontakte mit Regierungen und andere Gruppen geknüpft werden, mit denen wir nun auch weiterhin zusammenarbeiten werden.

Und nun? Wir sind natürlich sehr gespannt und auch besorgt darüber, wie viel Fortschritte diese nächste Verhandlungswoche bringen wird. Es bleibt zu hoffen, dass sich viele Länder daran erinnern werden, dass die Zeit drängt, dass nur noch wenige Tage bis zur Rio+20 Konferenz verbleiben und wir einem guten Ergebnis näherkommen sollten. Deshalb werden wir in den nächsten Wochen in der MGCY damit beschäftigt sein, unsere Lobbying Strategie weiter voranzubringen und auch mit unseren neuen Kontakten zusammenzuarbeiten. Leider werden an der nächsten Verhandlungsrunde nur sehr wenige Jugendliche teilnehmen können, da vor allem die finanzielle Mittel fehlen.

Eine Einschätzung zu den politischen Diskussionen und dem aktuellen Verhandlungstext, werden wir in den nächsten Tagen bereitstellen.

– Text von Lena, Photos von Naomi Kumazawa (Japan)

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Wed, 28 Mar 2012 09:26:00 -0700 Nach den Informals: Kein Fortschritt, kein Kompromissentwurf http://jugenddelegierte.dbjr.de/116521020 http://jugenddelegierte.dbjr.de/116521020

In den zurückliegenden anderthalb Verhandlungswochen haben sich die Staaten zweimal durch den Verhandlungstext gequält, der mittlerweile mehr als 200 Seiten umfasst. Am Ende der ersten Verhandlungsrunde lässt sich leider kein wesentlicher Fortschritt erkennen.

In den letzten Tagen hörte ich häufig Delegierte und NGO-Vertreter klagen, der Text sei "mushroomed", also zu einem unüberschaubaren Chaos angewachsen. Tatsächlich taten sich selbst Experten mit langjähriger Erfahrung hin und wieder schwer, die verschiedenen Positionen, Formulierungen und strukturellen Vorstellungen zu überblicken. Viele Stimmen forderten daher das Bureau (das politische Organisationskomittee der Konferenz) dazu auf, einen bereinigten Kompromissvorschlag vorzulegen, der viele kleine Streitigkeiten beilegt und ähnliche Formulierungen mit gleicher Stoßrichtung zusammenführt. Nachdem die Sitzung gestern Abend nochmal für eine Stunde unterbrochen wurde, lehnten die G77 zum Abschluss der informals allerdings einen solchen Kompromissentwurf strikt ab.

Bei den nächsten Informals, die für Ende April vorgesehen sind, werden die Verhandlungen daher mit dem Text in seiner jetzigen Form fortgesetzt. Eine Konzentrierung auf die wirklich entscheidenden Streitfragen ist daher leider nicht zu erwarten.

Große Besorgnis herrscht in der Zivilgesellschaft über die Rolle der Beteiligungs- und Menschenrechte in den Rio-Verhandlungen. Manche Staaten versuchen, möglichst jede Erwähnung von Menschenrechten aus dem Text zu entfernen. So war zwischenzeitlich die Anerkennung des Rechts auf Zugang zu sauberem Wasser durch einen allgemeinen Aufruf, den universellen Zugang anzustreben, ersetzt worden. Auch wenn er nicht auf den ersten Blick erkennbar ist, gibt es zwischen diesen Formulierungen einen wesentlichen Unterschied. Erfreulich war daher, dass ein Formulierungsvorschlag der EU sowohl die Erwähnung des Menschenrechts, als auch den Aufruf beinhaltete.

Auch bei der Beteiligung der Zivilgesellschaft liegt einiges im Argen: Nach Resolution der UN-Generalversamlmung, die Rio+20 einberuft, sollen die Major Groups im gesamten Vorbereitungsprozess und in der Konferenz selbst voll einbezogen sein. Diese Beteiligungsrechte werden allerdings systematisch beschnitten – bei den informals wurde der Zivilgesellschaft nur ein einziges Mal die Möglichkeite gegeben, in einer Sitzung direkt mit dem Bureau und den Staaten zu sprechen.

Auch bei den Vorbereitungen des eigentlichen Gipfels werden die Major Groups nicht ausreichend berücksichtigt. Die gastgebende brasilianische Regierung bezieht die zivilgesellschaftliche Beteiligung an vielen Stellen nicht oder nur in geringem Umfang in die logistischen Vorbereitungen ein – so sind etwa Shuttlebusse von den Hotels zum Konferenzzentrum derzeit nur für die Delegationen vorgesehen. In der Petition "Rights at Risk at Rio" wird daher der Generalsekretär der Konferenz, Sha Zukang, aufgefordert, sich für die Gewährung der beschlossenen Beteiligungsrechte einzusetzen. Außerdem wird dazu aufgerufen, die Referenz auf anerkannte Prinzipien und Menschenrechte nicht aus dem Text zu löschen.

Eine zentrale Frage für das politische Gewicht der Konferenz ist, welche Staats- und Regierungschefs an Rio+20 teilnehmen werden. Nach Aussage des UN-Sekretariats haben mehr als 100 bereits ihre Teilnahme zugesagt. Da das Sekretariat aber aus protokollarischen Gründen keine Liste veröffentlichen darf, wurde jetzt das Projekt Summit Watch gestartet. Laut dieser Website wird Angela Merkel an Rio+20 teilnehmen – von offizieller Seite gibt es dafür allerdings noch keine Bestätigung.

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Tue, 20 Mar 2012 22:39:00 -0700 Informal-informals in New York: Verhandlungen über das Rio-Abschlussdokument http://jugenddelegierte.dbjr.de/113548531 http://jugenddelegierte.dbjr.de/113548531

The future we want ist von 19 auf etwa 180 Seiten angewachsen. Das UN-Sekretariat hat die vielen Änderungswünsche, die von den Staaten in den vergangenen Wochen schriftlich angemeldet wurden, in einem "Compilation document" zusammengeführt. Diese Zusammenstellung dient nun als Grundlage für die Verhandlungen, die bis kommenden Dienstag in New York stattfinden.

Während ursprünglich nur Vorbereitungssitzungen im März 2011 und unmittelbar vor Rio+20 vorgesehen waren, wurden schon recht früh im Prozess drei sogenannte "Intersessional meetings" eingefügt. Das zweite Intersessional fand im Dezember statt. Anfang nächster Woche steht nun das  letzte Intersessional an – nachdem in dieser Woche schon "Informal-informal consultations" abgehalten werden. Formell handelt es sich um zwei eigenständige Sitzungen, tatsächlich verhandeln die gleichen Leute den gleichen Text.

Die Ergänzungs- und Änderungswünsche der Staaten und Staatengruppen werden jeweils in Klammern im Text eingefügt – so werden die verschiedenen Textalternativen kenntlich gemacht. In der zweiten Lesung verhalten sich die Staaten jetzt erstmals zu den Vorschlägen der jeweils anderen. Entweder drücken sie ihre Unterstützung aus, fordern die Löschung oder bitten um Erklärungen. Dies alles wird zunächst nur im Text festgehalten. Viel Bewegung ist dabei noch nicht erkennbar – bisher befinden sich die Parteien eher in Lauerstellung denn auf Kompromissuche.

Im Bereich der institutionellen Reformen gibt es zwei wesentliche Themenbereiche: Zum einen steht die Aufwertung des UN-Umweltprogramms UNEP zu einer UN-Sonderorganisation (ähnlich der Weltgesundheitsorganisation) im Raum, zum anderen soll die (glücklose) Kommission für nachhaltige Entwicklung (CSD) mehr Schlagkraft und politisches Gewicht erhalten. So wird zum Beispiel die Gründung eines UN-Nachhaltigkeitsrats vorgeschlagen, der – ähnlich wie der Menschenrechtsrat – unmittelbar der Generalversammlung berichten soll.

Leider haben viele Staaten bzw. Staatengruppen starke Vorbehalte gegenüber diesen Vorschlägen und versuchen teilweise, sie ganz zu verhindern. Zumindest hinsichtlich des Umbaus von UNEP ist der Widerstand ein wenig überraschend, da die Stärkung des Umweltprogramms an sich eigentlich recht unumstritten ist.

Die Diskussionen über UNEP und CSD dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass noch viele weitere gute Vorschläge im Raum stehen, etwa die Einsetzung von Ombudsleuten, die politische Entscheidungen auf ihre Auswirkung auf zukünftige Generationen überprüfen, die Forderung nach mehr zivilgesellschaftlicher Beteiligung in Entscheidungsprozessen oder mehr Effizienz bei der Verwaltung der internationalen Umweltabkommen. Auch diese Themen sind aber noch lange nicht beschlossen – in den kommenden Tagen und Wochen wird noch viel Lobbyarbeit nötig sein.

Im Verhandlungsprozess werden jetzt dringend konstruktive Kompromissvorschläge benötigt – der Text ist mittlerweile so verschachtelt, dass es fast unmöglich ist den Überblick zu behalten. Alle hoffen darauf, dass das Bureau (quasi der "Vorstand" der Konferenz) in den nächsten Tagen eine bereinigte Version vorlegt, in der viele Überschneidungen und Unklarheiten beseitigt werden. Allen Beteiligten stehen anstrengende Sitzungstage bevor: Bereits am ersten Tag wurde bis in den späten Abend verhandelt, außerdem wurden schon jetzt Sitzungen am kommenden Wochenende angekündigt.

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Fri, 24 Feb 2012 03:43:00 -0800 Rio-Briefing: Aktualisierte Fassung http://jugenddelegierte.dbjr.de/rio-briefing-aktualisierte-fassung http://jugenddelegierte.dbjr.de/rio-briefing-aktualisierte-fassung

Seit wir im vergangenen September die erste Version unseres Rio+20-Briefings veröffentlicht haben, hat sich im Prozess viel getan. Zeit für ein Update! Auch aufgrund der positiven Resonanz haben wir das Briefing komplett aktualisiert: Rio+20: Prozesse, Erwartungen und Beteiligungsmöglichkeiten (aktualisierte Fassung).

Das Papier fasst jetzt die Prozesse der letzten Monate zusammen und gibt einen Ausblick auf die verbleibenden Schritte im Vorbereitungsprozess. Dennoch bleibt es ein Papier zum Einstieg in die Thematik Rio+20 für alle, die sich noch nicht näher mit Rio+20 beschäftigt haben. Wir freuen auf auf Eure Vorschläge und Anregungen!

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Sat, 17 Dec 2011 18:26:00 -0800 Intersessional: Zweiter (und letzter) Tag http://jugenddelegierte.dbjr.de/intersessional-zweiter-und-letzter-tag http://jugenddelegierte.dbjr.de/intersessional-zweiter-und-letzter-tag

Wie im Flug ging auch der zweite Tag des Intersessionals gestern zu Ende. Nachdem am Donnerstag über die "Substanz" des Verhandlungsdokument gesprochen wurde, ging es am Freitag um dessen Struktur.

Wir mussten feststellen, dass wir in der Major Group for Children and Youth überhaupt nicht über den Aufbau des Dokuments gesprochen hatten. Auch wir beiden hatten uns keine größeren Gedanken dazu gemacht. Dafür gibt es zwei mögliche Gründe: Entweder richtet sich die Struktur nach den Vorgaben der GA-Resolution, die Themen und Ziele der Konferenz definiert, weshalb die Aufbaufrage überhaupt keine ist. Auf der anderen Seite könnte die Vielzahl der einzelnen Themen auch Ursache dafür sein, dass die Aufbaufrage eine Herausforderung ist, der sich bisher schlicht niemand gestellt hat.

So betonten viele Staaten, das Dokument solle zukunftsweisend und "action oriented" sein, außerdem das erneuert "political commitment" betonen und die Implementierung der vielen bereits verabschiedeten Papiere beschleunigen.

Der Vorschlag der US-Delegation von Donnerstag, das Papier auf 5 Seiten zu begrenzen und Handlungsoptionen nur in einem unverbindlichen, nicht verhandelten Anhang aufzulisten, wurde (leider) von vielen aufgegriffen. Leider setzte diesem konkreten Vorschlag niemand wirklich etwas entgegen und es wäre wohl auch unklug, eine Diskussion über Seitenzahlen zu führen.

Vor allem von Entwicklungsländern wurde das Prinzip der gemeinsamen, aber differenzierten Verantwortlichkeit häufig zitiert. Auch China und Indien nahmen darauf Bezug – sie verstehen sich in den Klima- und Nachhaltigkeitsprozessen leider immer noch als Entwicklungsländer, die keine Verbindlichkeiten eingehen können.

Eine Gesamteinschätzung des Intersessionals soll einen weiteren Blogeintrag füllen – kurz gesagt haben wir jedoch den Eindruck, dass das Intersessional den Prozess nicht wirklich vorangebracht hat. Die Möglichkeit, Stellung zu den Konsultationsergebnissen zu nehmen, wurde von den wenigsten Staaten ernsthaft genutzt.

Alle warten jetzt den "zero draft" ab, der voraussichtlich am 9. Januar veröffentlicht werden soll. Dieser vom Sekretariat und dem "Bureau" (dem politischen Rio+20-Organisationskommittee) entwickelte "Nullentwurf" wird einen ersten Vorgeschmack darauf geben, wie das Verhandlungsdokument am Ende aussehen könnte. Sobald dieser Entwurf veröffentlicht ist, wird definitiv frischer Schwung in die Verhandlungen kommen.

Für das Frühjahr 2012 war eine Reihe von Sitzungen angesetzt, um den Nullentwurf zu verhandeln. Die Gruppe der G77 hat nun vorgeschlagen, die Zahl der Sitzungen zu reduzieren und zum Beispiel das sog. "informal informal" im Januar (informelle Verhandlungssitzung ohne Mandat für Entscheidungen) zu streichen – zwangsläufig die Verhandlungsmasse bei den Sitzungen im März konzentrieren würde. Eine Entscheidung dazu wird das Bureau am 22. Dezember fällen.

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Thu, 15 Dec 2011 20:01:00 -0800 Intersessional: Erster Tag http://jugenddelegierte.dbjr.de/intersessional-erster-tag http://jugenddelegierte.dbjr.de/intersessional-erster-tag

Der erste Tag des Intersessionals ist schon vorbei! Diesmal geht's hier wirklich rund, denn statt zwei Wochen wie bei einer CSD-Sitzung haben wir dieses Mal nur zwei Tage – ein Vorgeschmack auf Rio+20: Die eigentliche Konferenz soll auch nur drei Tage dauern.

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Insgesamt geht es sehr eng zu: knapp 500 TeilnehmerInnen sind angemeldet, der Sitzungssaal fasst aber nur etwa die Hälfte. Es gibt einen "overflow room", in dem die übrigen Vertreter der Zivilgesellschaft den Statements zuhören können, allerdings ohne Videoübertragung.

Wir tracken die Stellungnahmen der Staatengruppen, anderen Major Groups und Einzelstaaten. So halten wir fest, welche Parteien sich für welche Vorschläge aussprechen. Später sollen diese Mitschrift noch thematisch sortiert werden. Dies wird für die Lobbyarbeit in den kommenden Monaten enorm hilfreich sein.

Diskutiert wird beim Intersessional nur außerhalb des offiziellen Programms – die Sitzungen bestehen im Wesentlichen im Abarbeiten einer langen Redeliste; jede Delegation trägt dann das im Voraus vorbereitete Statement vor. Jede Major Group bekommt einmal die Möglichkeit zum einer Intervention. Wir waren schon in der ersten Session an der Reihe und Alice trug das Statement vor, dass wir gemeinsam mit anderen Jugendvertretern vergangene Nacht und heute Morgen entwickelt hatten.

Inhaltlich betrachtet war der erste Tag eher enttäuschend. Die Statements der Staaten und Staatengruppen beinhalteten häufig nur wenig neues, auf die Ergebnisse der Konsultation wurde häufig gar nicht eingagengen. Vielmehr hörten wir oft Standardphrasen, etwa dass das Dokument kurz und bündig und prägnant sein solle.

Immerhin die Delegation der Vereinigten Staaten war für eine Überraschung gut: Nach ihnen soll das Ergebnisdokument soll nicht mehr als 5 Seiten umfassen, eher deutlich weniger. Dazu soll es – und das ist wiederum keine Überraschung – einen nicht verhandelten Anhang unverbindlicher Vorschläge mit Maßnahmen geben. Jede Form der Verbindlichkeit soll nach Ansicht der USA vermieden werden.

Nachdem heute eigentlich die Substanz (also die Inhalte) des Ergebnisdokuments auf der Tagesordnung stand, wird morgen die Struktur verhandelt. Am 10. Januar wird dann der "Nullentwurf" des Dokuments vorgelegt.

Bessere Photos gibt's morgen ;)

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Thu, 15 Dec 2011 09:22:00 -0800 Jugendstatement beim Intersessional http://jugenddelegierte.dbjr.de/jugendstatement-beim-intersessional http://jugenddelegierte.dbjr.de/jugendstatement-beim-intersessional

Die Major Group for Children and Youth hat in der ersten Session ein Statement gehalten, das letzte Nacht und heute Morgen geschrieben wurde.

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Photo (c) IISD RS

The Major Group for Children and Youth have identified the following goals and priorities for Rio+20:
 
To effectively coordinate and ensure equal access to justice, member states should be mindful of the existing economic, human rights, and environmental agreements and apply an integrated and holistic approach to sustainable development. We call for sustainable development policies in the existing financial institutions. Enhanced political commitments must become visible in budgetary allocations for sustainable development.
We urge Member States to address the impacts of armed conflict on communities and water, energy and food crises that pose severe threats to children and youth. We call for the adoption of Sustainable Development Goals supplemented by a 10-Year Framework of Programmes on Sustainable Consumption and Production by 2015.
 
The transition to the Green Economy will require an improved notion of wellbeing, measured with new indicators that go beyond GDP. The Green Economy must fully take into account the limits of our common planetary and social boundaries.

Youth unemployment must be reduced through the creation of green jobs with a living wage and the stronger consideration of the impact of employment policy on youth. The Green economy should reduce child and youth poverty, promote gender equality, strengthen national healthcare systems with an emphasis on universal and comprehensive Health Care and reproductive health. Mechanisms such as a “Global Technology Sharing Facility” must be established to promote best practices.
 
INSTITUTIONAL FRAMEWORKS FOR SUSTAINABLE DEVELOPMENT must balance participation of all stakeholders as well as their meaningful representation in decision making processes by reaffirming Principle 10. We propose the establishment of Ombudspersons for Future Generations on the national level and a UN High Commissioner for Future Generations at the global level. We call for the establishment of a Council on Sustainable Development as a subsidiary to the UN General Assembly and Stewardship for Global Commons for the transitional governance of the global commons. In addition, we believe that a World Environmental Court should be established. We propose an Intergovernmental Panel on Sustainable Development as an effective knowledge management mechanism. Last but not least we call for the upgrade of UNEP into the UN Environmental Organisation with status as a specialised agency.
 
This is our vision, and this is the future that we are prepared to take ownership of.

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Thu, 15 Dec 2011 05:11:00 -0800 2. Intersessional: Es geht los http://jugenddelegierte.dbjr.de/2-intersessional-es-geht-los http://jugenddelegierte.dbjr.de/2-intersessional-es-geht-los

Foto_am_15-12-2011_um_07
Dieses Mal gibt's keine Schonfrist: Direkt nach der Ankunft gestern nahm Felix am Meeting der Organizing Partners teil. Am Abend fand ein Abendessen der Jugendvertreter statt, die am Intersessional teilnehmen. Dort wurde die Arbeit am Jugendstatement besprochen. Schon in der ersten Sitzung sollen wir 3 Minuten bekommen, um unsere Sicht auf die Konsultationsergebnisse kund zu tun. Wir werden dabei besonders die Punkte aus dem Input der Major Group for Children and Youth nochmal hervorheben.

Jetzt warten wir darauf, dass der Raum sich für das Morgentreffen der Jugendvertreter füllt. Allerdings müssen viele sich noch registrieren, was Verspätungen verursacht.

 

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Wed, 07 Dec 2011 10:46:00 -0800 Rio+20 und die Jugend http://jugenddelegierte.dbjr.de/rio20-und-die-jugend-23380 http://jugenddelegierte.dbjr.de/rio20-und-die-jugend-23380

Im Juni 2012 trifft sich die Weltgemeinschaft zur UN-Konferenz für Nachhaltige Entwicklung „Rio+20“ – genau 20 Jahre, nachdem der Weltgipfel von Rio de Janeiro 1992 wegweisende Beschlüsse zu Umwelt- und Entwicklungsthemen fasste. Doch die Fortschritte der vergangenen Jahrzehnte sind gering und der Handlungsbedarf ist heute dringender denn je zuvor, nicht nur im Bereich des Klimaschutzes.

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Jugendliche brennen für die soziale Dimension von nachhaltiger Entwicklung und können einen aktiven Beitrag zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise leisten. Das machten die VertreterInnen deutscher Jugendorganisationen deutlich, die beim Round Table „Rio+20 und die Jugend“ des DNK am 30. September in Berlin mit Vertretern von Bundesministerien und Mitgliedern des Deutschen Bundestags zu einem Meinungsaustausch zusammentrafen.

Die Veranstaltung brachte rund 30 Vertreterinnen und Vertreter von DNK-Mitgliedsorganisationen und weiteren Jugendorganisationen zusammen, die sich mit nachhaltiger Entwicklung und der Rio-Konferenz beschäftigen. Sie möchten vor allem aufzeigen, dass Rio+20 auch aus der Sicht von Jugendlichen eine entscheidende Konferenz ist – es wird erwartet, dass in Rio die globale Agenda für die Nachhaltigkeitspolitik der kommenden Jahrzehnte vereinbart wird.

Im Gespräch mit Ulrich Nicklas vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit betonten die Teilnehmenden, dass verbindliche Beschlüsse in Rio unbedingt notwendig sind. Kinder und Jugendliche dürften nicht nur als Ressourcen der Zukunft verstanden werden – als Generation, die besonders von Zukunftsfragen betroffen ist, müssten sie aktiv in die Entscheidungsprozesse mit eingebunden werden.

In der Diskussion mit Heino Warnken vom Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wurde deutlich, dass ökologisches und nachhaltiges Wirtschaften große Chancen für Entwicklungs- und Schwellenländer birgt. Gleichzeitig dürften verschärfte Umwelt- und Nachhaltigkeitsstandard nicht zu neuem Protektionismus in den Industrieländern führen. Beim Umbau zu einer nachhaltigen Wirtschaft müsse vor allem auf die sozialen Fragen geachtet werden.

Dass die Vorstellungen von Nachhaltigkeit sehr unterschiedlich sein können, machte der abschließende Meinungsaustausch mit Mitgliedern des Deutschen Bundestages deutlich. Einerseits bestehe große Einigkeit darin, dass die Welt nachhaltiger bewirtschaftet werden muss. Auf der anderen Seite würde der Begriff „inflationär benutzt“ und es würde immer dann schwierig, wenn einzelne ihren Beitrag dazu leisten müssten. Auch Deutschland sei ein „Entwicklungsland“, das den Spagat zwischen Wohlstand und nachhaltiger Entwicklung noch lange nicht schaffe.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten an diesem intensiven Tag viele neue Impulse aufnehmen. Viele Organisationen werden Rio+20 in den kommenden Monaten zum Thema machen, Projekte und Aktionen starten sowie die Prozesse kritisch begleiten. Die DBJR-Jugenddelegierten zu Rio+20, die im Juni 2012 als Teil der Regierungsdelegation mit nach Brasilien fahren werden, stehen gerne als Referenten, Workshopleiter und als Unterstützer zur Verfügung.

Veröffentlicht auch auf d-n-k.org

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Thu, 22 Sep 2011 08:07:00 -0700 Strategietreffen für Rio-Jugendbeteiligung http://jugenddelegierte.dbjr.de/strategietreffen-fur-rio-jugendbeteiligung http://jugenddelegierte.dbjr.de/strategietreffen-fur-rio-jugendbeteiligung

Braucht jede Generation ihren Earth Summit? In welcher Welt möchten wir im Jahr 2052 leben? Wie viel können wir von Rio+20 erwarten? Für welche Ergebnisse wollen wir uns einsetzen – und wie? Das sind nur ein paar der Fragen, mit denen sich beim Rio+20 Youth Strategy Meeting in Mollina (Spanien) in dieser Woche 16 Jugendvertreter aus aller Welt befassen.

Effektive Jugendbeteiligung bei Rio+20 ist eine globale Herausforderung, nicht nur wegen der verschiedenen Kulturen, der Sprachbarrieren und der knappen finanziellen Mittel: Einige Jugenddelegierte werden als Teil der Regierungsdelegation Zugang zum Konferenzzentrum haben.

Viele werden sich mit Demonstrationen, Kampagnen und Aktion außerhalb der eigentlichen Verhandlungen für ein starkes Verhandlungserbgebnis stark machen. Viele Jugendliche werden in ihren Heimatländern Druck auf ihre Regierungen ausüben und in Brasilien entsteht gerade eine (Jugend-)Bewegung ungeahnten Ausmaßes.

Wie können wir all das zusammenbringen? Wie passen Massenmobilisierung und die Beteiligung einzelner an den hochkomplexen politischen Prozessen zusammen? Beim Strategietreffen in Mollina entwickeln wir Lösungsansätze für diese Frage und vernetzen Jugendvertreter aus den verschiedenen Zusammenhängen.

Das Strategietreffen findet im Rahmen der University on Youth and Development statt, die jedes Jahr rund 300 junge Menschen zu verschiedenen Arbeitstreffen, Workshops und Seminaren rund um Entwicklungsfragen, Engagement und globales Lernen zusammenbringt.

Regelmäßige Updates gibt's auf Posterous und auf Twitter: @baex und #uyd2011. Über die große Youth Space-Mailingliste werden außerdem tägliche Zusammenfassungen verschickt.

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Sat, 03 Sep 2011 13:17:00 -0700 Briefing zu Rio+20 http://jugenddelegierte.dbjr.de/briefing-zu-rio20 http://jugenddelegierte.dbjr.de/briefing-zu-rio20

In 10 Monaten trifft sich die Weltgemeinschaft in Rio de Janeiro – noch viel Zeit? Von wegen. Die Vorbereitung für Rio+20 gewinnt zunehmend an Dynamik. Viele Leitentscheidungen werden im Voraus getroffen. Auf knappen 8 Seiten erklärt das Briefing Rio+20: Prozesse, Erwartungen und Beteiligungsmöglichkeiten. Wer etwas mehr über Rio wissen will, ohne sich durch die offiziellen Dokumente und Websites zu ackern, dem sei die Lektüre herzlich empfohlen.

Update: Im Februar 2012 haben eine aktualisierte Fassung veröffentlicht.

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Sat, 03 Sep 2011 13:10:00 -0700 Rio+20 und die Jugend http://jugenddelegierte.dbjr.de/rio20-und-die-jugend http://jugenddelegierte.dbjr.de/rio20-und-die-jugend

Zu Rio+20 werden nicht nur Regierungen eingebunden, sondern auch die Zivilgesellschaft spielt eine gewichtige Rolle. Wir möchten mit Vertreterinnen und Vertretern von Jugendorganisationen über die inhaltliche Fragen von Rio +20 diskutieren. Wie sehen Jugendliche in Deutschland die Fortschritte, was muss noch unternommen werden, was planen die Jugendorganisationen, um auf den Prozess aufmerksam zu machen? Das Deutsche Nationalkomittee für Internationale Jugendarbeit lädt zu einer Veranstaltung am 30. September in Berlin ein. Außer den Jugenddelegierten zu Rio+20 werden auch Vertreter des Umwelt- und des Entwicklungsministeriums dabei sein, um über den neuesten Stand der Dinge zu informieren. Mehr Informationen in der Einladung und auf www.d-n-k.org

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