Rechtsanspruch auf Freiwilligendienst ist machbar

Der Bundesjugendring setzt sich seit langem für die Stärkung der Freiwilligendienste ein und spricht sich gegen ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr aus. Statt Zwang braucht es echte Perspektiven für freiwilliges junges Engagement.

In seiner Position „Freiwilligkeit stärkt Demokratie und den Zusammenhalt – für einen Rechtsanspruch auf Freiwilligendienst statt eines verpflichtenden Gesellschaftsjahres“1 fordert der Bundesjugendring: Überall dort, wo sich junge Menschen, Einsatzstellen und Träger auf einen Freiwilligendienst verständigen, soll dieser durch einen Rechtsanspruch gefördert werden – inklusive finanzieller Absicherung durch den Bund.

Neues Gutachten bestätigt: Rechtsanspruch ist rechtlich möglich

Ein aktuelles juristisches Gutachten2 bringt Klarheit: Ein bundesweiter Rechtsanspruch auf Freiwilligendienst ist nicht nur politisch wünschenswert, sondern auch rechtlich machbar. Der Bund kann demnach nicht nur für den Bundesfreiwilligendienst (BFD), sondern ebenso für das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ), das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) und internationale Freiwilligendienste gesetzliche Grundlagen schaffen – inklusive der Finanzierung eines existenzsichernden Freiwilligengeldes. Zugleich bleibt das föderale Prinzip gewahrt: Die Länder können weiterhin eigene Programme gestalten, und die starke Verankerung der Dienste in der Zivilgesellschaft bleibt bestehen. Eine Grundgesetzänderung ist dafür nicht nötig.

Vision 2030: Engagement verdoppeln, Zugang sichern

Der Bundesjugendring unterstützt die „Vision 2030“, die eine Verdopplung der jährlich geförderten Freiwilligendienstplätze auf 200.000 anstrebt. Herzstück des Konzepts ist ein Rechtsanspruch für alle Schulabgänger*innen – unabhängig vom gewählten Freiwilligendienstformat. Dieser soll mit einem auskömmlichen Freiwilligengeld sowie umfassender Information und Beratung an Schulen begleitet werden. Ziel ist eine „Kultur selbstverständlicher Freiwilligkeit“ – ohne Verpflichtung, aber mit starker politischer Unterstützung.

Engagement ermöglichen statt Dienstpflicht fordern

Der freiwillige Einsatz junger Menschen für die Gesellschaft verdient politische Förderung – nicht Druck. Studien zeigen: Junge Menschen wollen sich engagieren, stoßen jedoch oft auf zu wenige Plätze und unzureichende finanzielle Unterstützung. Ein Rechtsanspruch auf Freiwilligendienst kann das ändern: durch gesicherten Zugang, gute Rahmenbedingungen und echte Anerkennung.

1 https://www.dbjr.de/artikel/freiwilligkeit-staerkt-demokratie-und-den-zusammenhalt-fuer-einen-rechtsanspruch-auf-freiwilligendienst-statt-eines-verpflichtenden-gesellschaftsjahres

 

2 https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/BSt/Publikationen/GrauePublikationen/Rechtsgutachten_Freiwilligendienste_Krebs.pdf