HLPF 2026: Unsere Rückschau aus New York - zwischen Verhandlungen, Vernetzung und Jugendbeteiligung
Als Teil der offiziellen deutschen Delegation konnten wir die Perspektiven und Forderungen junger Menschen in die Beratungen einbringen. In den Delegationsbesprechungen vertraten wir unsere vorbereiteten Positionen und stimmten uns mit den Vertreter*innen der Bundesregierung ab.
Unsere Positionen im offiziellen Programm
Bereits in der ersten Woche hielten wir ein Statement im offiziellen Programm des HLPF. Hier betonten wir, dass wirksame und echte Beteiligung auf internationaler Ebene, sowie in den Mitgliedsstaaten essentiell und sogar erfolgsbestimmend für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele ist. Eine wichtige Grundlage unserer Arbeit war außerdem unser Erwartungsschreiben, das wir im Vorfeld der Konferenz erarbeitet hatten. Darin formulierten wir zentrale Forderungen junger Menschen an das HLPF und an die weitere Umsetzung der Agenda 2030. Vor Ort ermöglichten sich Gespräche mit Regierungsvertreter*innen und Delegationsmitgliedern, sowie eine Übergabe an die beiden Parlamentarischen Staatsekretärinnen Rita Schwarzelühr-Sutter (BMUKN) und Dr. Bärbel Kofler (BMZ) als Leitungen der deutschen Delegation.
Das Schreiben stieß vor Ort auf viel positive Resonanz und führte zu zahlreichen Gesprächen. Für kommende Konferenzen wollen wir deshalb noch stärker darauf achten, unsere Forderungen auch schriftlich, frühzeitig und gezielt in die Delegationen und relevanten Netzwerke einzubringen.
Weitere Gelegenheiten zum Austausch boten uns unter anderem ein Youth Breakfast mit Vertreter*innen aus dem Globalen Süden und den parlamentarischen Staatssekretärinnen aus Bundesumwelt- und Entwicklungsministerium, sowie das Women Leaders Breakfast. Ein besonderer Höhepunkt für uns war die erfolgreiche Durchführung unseres eigenen Side Events unter dem Titel „Mapping stakeholders and alliances for Beyond 2030 and Beyond GDP: Who do we need and want for an intergenerational just future?”. Die Paneldiskussion aus Vertreter*innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, sowie der Austausch in unseren Arbeitsgruppen lieferten wertvolle Denkanstöße, wie wir in den kommenden Jahren beide Prozesse ambitioniert und wirksam zusammendenken und gemeinsam politisch tragen können. Die Veranstaltung war sehr gut besucht, erhielt viel positives Feedback und wurde vor Ort tatkräftig von Mitgliedern der deutschen Delegation unterstützt.
Internationale und parlamentarische Vernetzung
Neben den offiziellen Sitzungen nutzten wir das HLPF für zahlreiche Gespräche, unter anderem mit Vertreter*innen des Europäischen Parlaments, des deutschen Bundestags und UN-Organisationen, sowie für die enge Zusammenarbeit mit Jugenddelegierten anderer Staaten im kommenden Jahr. Wir arbeiteten außerdem mit Jugendvertreter*innen der Major Group for Children and Youth zusammen, die auch die Interessen junger Menschen in den Nachhaltigkeitsprozessen der Vereinten Nationen vertritt.
Bereits am 8. Juli tauschten wir uns von New York aus auf Einladung hin digital mit dem Parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung und Zukunftsfragen des Deutschen Bundestages aus. Die Zuschaltung bot uns eine gute Gelegenheit, unsere Erwartungen an das HLPF und unsere Einschätzungen zu bisherigen Nachhaltigkeitskonferenzen einzubringen.
Vor Ort konnten wir die Gespräche mit mehreren Mitgliedern des Beirats fortsetzen. Dabei machten wir deutlich, dass Deutschland die Debatte über die Zeit nach 2030 entschlossener vorantreiben muss.
Themen, die uns weiter beschäftigen
Inhaltlich spielte das Nachhaltigkeitsziel 6 zu sauberem Wasser und Sanitärversorgung eine besonders große Rolle. Wir beteiligten uns intensiv an den Diskussionen und trafen mit unseren Positionen bei vielen Gesprächspartner*innen auf offene Ohren. An diesem Thema wollen wir auch nach dem HLPF mit Blick auf die kommende UN-Wasserkonferenz weiterarbeiten.
Weniger konkret blieben beim HLPF dagegen die Gespräche über die Zeit nach 2030. Wie die internationale Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung nach dem Ende der aktuellen Agenda gestaltet werden soll, wurde bislang nur in Grundzügen diskutiert. Wir werden diesen Prozess aufmerksam begleiten und uns dafür einsetzen, dass junge Menschen frühzeitig und strukturell einbezogen werden.
Mit neuen Impulsen zurück nach Deutschland
Das HLPF 2026 war für uns geprägt von intensiven Gesprächen, erfolgreichen Veranstaltungen und zahlreichen neuen Kontakten. Wir konnten Forderungen junger Menschen sowohl im offiziellen Programm als auch in vielen direkten Gesprächen platzieren und neue Verbindungen für unsere weitere Arbeit knüpfen.
Nach den zwei arbeitsreichen Wochen in New York geht nun unsere Arbeit in Deutschland weiter. In der Zukunft begleiten werden wir die Debatte über die internationale Nachhaltigkeitsagenda nach 2030 und die Frage, wie die Ergebnisse des HLPF in konkrete politische Veränderungen übersetzt werden können.